Aufwertung für wen?

von fels am 29. März 2009

in Stadtentwicklung

Am vergangenen Donnerstag hat die Plattform GSR eine Führung entlang der Weststrasse in Zürich unter der Leitung von Werner Liechtenhahn (Stadtentwicklung Zürich) organisiert.

Die Lebensqualität an der Weststrasse ist seit 1971, als sie ins System der Westtangente (Nord-Süd-Transit) einbezogen wurde, stark belastet. Tagsüber rollen stündlich mehr als 1000 Personenwagen sowie gegen 100 Lastwagen durch die Strassenschlucht. Die Bausubstanz hat gelitten und zahlreiche Häuser befinden sich in sichtbar schlechtem Zustand. Hier leben überdurchschnittlich viele Personen mit tiefem Einkommen und der Anteil ausländischer Bevölkerung liegt bei rund 52% (Stadt ca. 30%).

In Kürze werden sich die Verhältnisse an der Weststrasse grundlegend verändern. Ab Mai 2009 wird die Fahrbahn auf eine Spur reduziert. Ab Mitte 2010 erfolgt dann der Umbau zu einer Quartierstrasse mit Tempo-30-Zone, welcher 2012 abgeschlossen sein soll. Die prognostizierte Verkehrsabnahme von 90% und die damit einhergehende Abnahme der Lärm- und Schadstoffbelastung für die Anwohnerschaft ist genauso zu begrüssen, wie die aufgrund wieder gewonnenen Vertrauens in die Zukunft zu erwartenden höheren Investitionen der Besitzer in ihre Liegenschaften. Doch was bedeuten diese unbestreitbaren Verbesserungen? Wer profitiert davon und wer allenfalls nicht? (Homepage der Stadtentwicklung Zürich)

Zu befürchten ist, dass Gentrification-Prozesse, welche bereits eingesetzt haben, sich mit der grundsätzlich positiven Aufwertung der Weststrasse rasch verschärfen. Wo bietet eine Stadt wie Zürich der jetzt an der Weststrasse ansässigen Bevölkerung, welche sich zu einem grossen Teil den sanierten Wohnraum nicht mehr wird leisten können, preiswerte Wohnmöglichkeiten?

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Eine Dokumentation zum aktuellen Leben an der Weststrasse wurde im Auftrag der Stadtentwicklung durch die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (Künste und Soziale Arbeit) im vergangenen Jahr erstellt. Sie kann als PDF heruntergeladen werden.

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