Von urbaner Bewegung

von fels am 1. März 2010

in Quartier,Sozialraum,Stadt

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Die Wiener Zeitschrift Streifzüge – Magazinierte Transformationslust hat in ihrer Ausgabe 47/2009 den Artikel “Gentrification und urbane Bewegung” von Roger Behrens veröffentlicht.

Behrens schreibt darin:

Die in der Regel nur durch vage Informationen bestätigte Meinung, dass sich die meisten der bisherigen Bewohner diesen Kommerz beziehungsweise die Verteuerungen nicht mehr leisten können, ist nur ein Aspekt der gentrifizierungskritischen „Bewegungen“. Tatsächlich konzentriert sich darauf gar nicht die Hauptkritik der Gentrifzierungsgegner; gerade die bei diesen beliebte Parole „Reclaim the Streets“ zeigt an, dass es primär um das Leben auf der Straße geht, um den dort präsenten und repräsentierten Lifestyle. Es geht nicht um Haushalts- und Wohnformen, radikale Kritik an Immobilieneigentum; weder um sozialreformerische Forderungen nach infrastrukturellen Verbesserung der Versorgung, noch um stadtkritische Utopien. Verteidigt werden die eigene Position innerhalb des „öffentlichen Raums“, und damit das postmoderne Derivat der „Privatsphäre“, die längst in diese „Öffentlichkeit“ aufgelöst wurde.

…und schiebt damit einen anregenden Diskurs an. Eine sehr lesenswerte Replik erhält er von Strickliesel im Blog from town to town unter dem Titel “Kritik: radikal-schick”.

Strickliesel kommt zur Sache:

Dennoch hat mich beim Lesen des Textes zunehmend ein Unbehagen beschlichen. Dieses Unbehagen bezieht sich darauf, dass hier Kritik aus der Vogelwarte des Beobachters getätigt wird, der eloquent beschreibt, was die „anderen“ alles so falsch machen. So würden die Gentrifizierungskritiker/innen unisono nur an der kapitalistischen Fassade kratzen und ihre eigenen Privilegien verteidigen. Sie seien nicht in der Lage, eine grundlegende Kapitalismuskritik zu formulieren und überhaupt rutschten alle seit den 1990ern in „linkshedonische Selbstbeschäftigung“ ab. Gut gebrüllt, Herr Behrens, aber in diesem Pauschalflug falsch.

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